Als EMCC Mitglied und akkreditierter Coach, habe ich mich dazu verpflichtet, die hohen Standards des Global Code of Ethics for Mentoring, Coaching and Supervision (GCoE) einzuhalten.
Der European Mentoring and Coaching Council (EMCC, seit 1992, einer der ältesten und größten internationale Coaching-Verbände) formte 2012 zusammen mit der International Coaching Federation (ICF) und der Association for Coaching (AC) die Global Coaching and Mentoring Alliance (GCMA), um gemeinsam die Professionalisierung von Coaching zu fördern.
2016 entstand daraus auf gemeinsame Initiative des EMCC mit dem AC die erste Version des GCoE. Inzwischen sind viele weitere internationale Coaching-Verbände dem GCoE beigetreten. Die aktuellste und vollständige Version des GCoE lässt sich hier einsehen:
globalcodeofethics.org oder patrickwilke.com/ethics
Die folgende Zusammenfassung bietet einen Überblick über die wichtigsten ethischen Grundlagen von professionellem Coaching.
Mitglieder halten sich an den GCoE, stellen ihn Kunden und Sponsoren zur Verfügung, führen einen gründlichen und offenen Vertrags- und Vereinbarungsprozess durch und sind transparent in ihrer Arbeit mit Kunden.
Mitglieder sind ehrlich und genau in Bezug auf ihre Qualifikationen, ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Methoden und ihre potenziellen Auswirkungen; sie halten sich an das Gesetz und handeln ehrlich, integer und transparent; und sie achten darauf, die Arbeit anderer dem/den Urheber(n) zuzuordnen und sie nicht als ihre eigene auszugeben.
Die Mitglieder wahren jederzeit die Vertraulichkeit; sie sind offen und ehrlich in Bezug auf die Vertraulichkeit gegenüber Coachees und Sponsoren sowie die Grenzen dieser Vertraulichkeit; sie bewahren Notizen auf, bewahren sie sicher auf und entsorgen sie ordnungsgemäß; sie sind sich mit ihren Kunden über ihre Supervisionsvereinbarungen im Klaren und beschreiben, was diese bedeuten.
Die Mitglieder halten klare Grenzen in Bezug auf persönliche Beziehungen ein und vermeiden romantische oder sexuelle Beziehungen zu Klienten und Sponsoren.
Die Mitglieder achten auf Interessenkonflikte, insbesondere wenn es um die Erlangung persönlicher Vorteile aus der Coaching-Beziehung geht; sie sind sensibel für kommerzielle und persönliche Interessenkonflikte, die durch die Arbeit mit einem oder mehreren Klienten entstehen, und ziehen sich aus der Beziehung zurück, wenn ein Konflikt entsteht, der nicht wirksam bewältigt werden kann.
Die Mitglieder stellen sicher, dass alle interessierten Parteien wissen, dass es sowohl dem Klienten als auch dem Coach freisteht, die Beziehung jederzeit zu beenden; sie respektieren die Vertraulichkeit und achten auch nach Beendigung der Coaching-Beziehung auf mögliche Interessenkonflikte.
Die Mitglieder handeln jederzeit als verantwortungsvolle Vertreter des Berufsstandes und respektieren andere Mitglieder, die möglicherweise abweichende Ansichten vertreten.
Die Mitglieder respektieren die Vielfalt und sind sich der Möglichkeit des Auftretens ihrer eigenen unbewussten Voreingenommenheit und des Potenzials für unbeabsichtigte Diskriminierung in ihrer gesamten Kommunikation bewusst.
Die Mitglieder sind sich bewusst, dass Verstöße gegen den Global Code of Ethics, die in einem Beschwerdeverfahren festgestellt werden, zu einer Sanktion führen können; und sie können andere Mitglieder zur Rede stellen, wenn sie glauben, dass diese in einer Weise handeln, die nicht mit dem Global Code of Ethics übereinstimmt.
Die Mitglieder halten sich auf dem Laufenden und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen in den Ländern, in denen sie in ihrer Profession tätig sind, und verfügen über eine entsprechende Berufshaftpflichtversicherung.
Die Mitglieder verfügen über die Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden; sie verweisen die Kunden bei Bedarf an andere Mitglieder und Experten und stellen sicher, dass sie selber fit und gesund genug sind, um ihren Beruf auszuüben.
Die Mitglieder nehmen in angemessener Häufigkeit an einer Supervision mit einem qualifizierten Supervisor oder einer Peer-Supervisionsgruppe teil und sprechen mögliche oder tatsächliche ethische Bedenken in der Supervision an.
Die Mitglieder erhalten und erweitern ihre Coaching-, Mentoring und Supervisions-Kompetenz durch regelmäßige, kontinuierliche Weiterbildung; sie leisten einen ihrer Expertise angemessenen Beitrag zu ihrer Berufsgemeinschaft und evaluieren ihre eigene Arbeitsqualität kritisch durch Feedback.